Als Vorkasse wird eine Kondition zur Zahlung bezeichnet, bei der der Käufer, entgegen der bei Kaufverträgen allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen, sich dazu verpflichtet, die erworbene Ware bereits vor Erhalt derselben zu bezahlen. Erst nachdem die Zahlung an den Verkäufer vollzogen wurde, erfüllt der Verkäufer seine Vertragspflicht, indem die bezahlte Ware oder Dienstleistung ausgeliefert bzw. vollzogen wird. Der typische Kaufvertrag in Deutschland sieht die Methode der Vorkasse nicht vor. Vielmehr ist es hier üblich, dass der Verkäufer im ersten Schritt die Ware an den Kunden übergibt und erst dann eine Zahlung fällig wird. Das finanzielle Risiko liegt hier also alleine beim Verkäufer, da dieser Gefahr läuft, die Ware zwar auszuliefern, dann aber keinen Zahlungseingang zu erhalten. Diese Regelung des Gesetzgebers ist jedoch lediglich ein Vorschlag und somit nicht bindend.

Vorkasse im E-Commerce

Bei dem Prinzip der Vorkasse tritt der Käufer in Vorleistung, trägt also das komplette finanzielle Risiko, seine schon bezahlte Ware nicht oder nicht zufriedenstellend zu erhalten. Das Bezahlsystem der Vorkasse wird insbesondere dann angewandt, wenn ein Käufer als unzuverlässig oder wenig zahlungskräftig gilt. Insbesondere im eCommerce- Bereich wird gerade von Neukunden häufig verlangt, per Vorkasse zu bezahlen. Hat ein Bestandskunde bereits bewiesen, dass er zahlungskräftig ist, sinkt das finanzielle Risiko des Verkäufers, Verluste durch einen Zahlungsausfall zu machen. Hier ist das Bezahlen per Vorkasse dann nicht mehr unbedingt nötig.