Die E-Commerce Richtlinie stellt eine Art Handlungsweisung für Personen, welche im Online-Handel tätig sind, dar. Sie enthält vier Regelungskomplexe, deren Umsetzung durch nationale Gesetzgeber erfolgt. Die Umsetzung und Auslegung der Regelungskomplexe variiert dabei in den spezifischen Ländern. Die vier Regelungskomplexe sind die Formwirksamkeit elektronisch geschlossener Verträge, die Haftungsprivilegien für bestimmte Dienstanbieter, das Herkunftslandprinzip und die Informationspflichten der Betreiber elektronischer Dienste. In Deutschland wurde die E- Commerce Richtlinie bereits am 01.12.2000 fristgerecht umgesetzt. Im Februar 2001 ging aus der Richtlinie das Gesetz über elektronischen Geschäftsverkehr hervor.

Elektronisch geschlossene Verträge

Die Formwirksamkeit elektronisch geschlossener Verträge beschäftigt sich hauptsächlich mit Art und Gestaltung elektronisch geschlossener Verträge. Sie beurteilt die Richtlinien zur Rechtskräftigkeit dieser digitalen Vereinbarungen. Teil des Regelungskomplexes der Formwirksamkeit elektronischer Verträge ist beispielsweise das Signaturgesetz, welches um Rahmenbedingungen für elektronische Signaturen erweitert wurde. Der zweite Regelungskomplex der E-Commerce Richtlinie ist der der Informationspflichten. Die Informationspflichten der E-Commerce Anbieter wurden teilweise in das Schuldrechtsmodernisierungsgesetz mit eingearbeitet. Der Regelungskomplex des Teledienstegesetzes integriert die Berücksichtigung des Herkunftlandes und anderer Richtlinienbestimmungen im Online-Handel in das deutsche Rechtssystem. Der vierte und letzte große Regelungskomplex umfasst die Haftungsprivilegien für bestimmte Dienstanbieter im Online-Handel. Wie in körperlichen Geschäften auch sind hier die Haftungsbestimmungen für Anbieter und Kunden im Online-Handel festgelegt.