Bei Disagio handelt es sich um einen Begriff aus dem Finanzwesen. Er beschreibt einen auf den Nennwert eines Produktes entrichteten Abschlag welcher bei der Gewährung eines Kredits oder bei der Ausgabe eines Wertpapiers erfolgt. Im Finanzwesen ist es üblich, dass Kreditgeber entweder einen Ausgabeaufschlag, auch als Agio bezeichnet, verlangen oder dass diese einen Disagio, also einen Ausgabeabschlag, einbehalten. Während der Laufzeit des Kredits oder der Geldanlage im Allgemeinen kommt es zu einer Verminderung des Ertrags entweder beim Kreditgeber oder beim Kreditnehmer. Bei ausländischem Geld, also Geld in einer anderen Währung, kaufen Kreditinstitute unterhalb des offiziellen Wechselkurses, welcher durch Versicherungs-, Beschaffungs- oder Verwaltungskosten begründet wird. Der Abschlag auf den Betrag beträgt in der Regel zwischen zwei und vier Prozent des Nominalwertes. Konkret wird das Disagio direkt vor der Auszahlung des gewährten Kredits vom Nominalbetrag abgezogen. Wird einem Schuldner also ein Kredit von beispielsweise 100 Euro gewährt, werden ihm bei einem Disagio von 4 Prozent lediglich 96 Euro als Kredit ausgezahlt. Zurückzahlen muss er nach der Kreditlaufzeit jedoch den vollen Betrag von 100 Euro. Das Disagio erfüllt dabei die Rolle der bereits vorausbezahlten Zinsen. Die monatliche Ratenzahlung des Kreditbetrags wird somit für den Schuldner verhältnismäßig niedrig gehalten. Im Umkehrschluss ist bei einem Kreditbedarf vom Kunden ein höherer Kreditbetrag aufzunehmen, als er eigentlich benötigt.