Unumstritten ist Amazon mittlerweile gewissermaßen ein Konkurrent für Google geworden. Wollte man früher ein bestimmtes Produkt kaufen, wo hat man da seine Suche gestartet? Richtig: bei Google. Sucht heute ein potentieller Käufer gezielt nach einem Produkt, startet auf Google höchstens noch mit dem Suchbegriff Amazon um dann die eigentliche Produktsuche auf dem Marktplatz auszuführen. Warum ist das so? Eigentlich kann man das recht einfach mit der Suchintention erklären. Im SEO Bereich unterscheidet man im Wesentlichen zwischen drei Intentionen, mit denen ein Nutzer unterwegs ist:

  1. Die DO-Intention (englisch do): d.h. ich will etwas machen, z.B. ein Produkt kaufen
  2. Die KNOW-Intention (englisch know): d.h. ich brauche eine bestimmte Information
  3. Die GO-Intention (englisch go): d.h. ich habe ein konkretes Ziel im Sinn

Für die beiden letzten Intention wird Google nach wie vor die unangefochtene Nummer Eins bleiben, denn User sind darauf regelrecht konditioniert, Google als Wissens- und Informationsquelle zu nutzen. Allein auch deswegen, weil Google immer mehr zur Finde-Maschine wird. Sucht man beispielsweise nach Filme Tom Hanks bekommt man direkt in den Suchergebnissen mittels sogenannten Knowledge Graph eine chronologische Übersicht seiner letzten Werke angezeigt. Das sieht nicht nur cool aus, sondern führt direkt zum Ziel: ich will mich erst einmal nur informieren und bekomme hier das perfekte Ergebnis.

Suchergebnis auf Google

Führt man nun die gleiche Suche bei Amazon aus, sieht das Ergebnis wie folgt aus:

Suchergebnis auf Amazon

Auf den ersten Blick (ohne zu scrollen) sehe ich erst einmal nur drei Filme von Tom Hanks und diese sind auch nicht chronologisch sortiert. Ich muss nun vergleichsweise viel Zeit aufbringen, um mir einen Überblick zu verschaffen und Zeit ist genau der Faktor, der im digitalen Informationszeitalter immer wichtiger wird. Dauert etwas zu lang, bricht der Nutzer seine (in diesem Fall) Suchanfrage ab. An dieser Stelle hat also die Google-Suche gewonnen, da sie schneller das gewünschte Ergebnis liefert.

Zweideutige Suchanfragen interpretieren

Nicht jedes Mal ist eine Suchanfrage auch gleich in eine der drei Suchintentionen einzuordnen. Sucht ein User nun also zum Beispiel nach Micheal Kors (bekannter und beliebter Mode-Designer speziell für Handtaschen und Uhren), so könnte man nach dem Menschen suchen (KNOW-Intent) gleichzeitig aber auch nach den Markenprodukten (DO-Intent) oder nach einem Fachgeschäft wo man diese Artikel kaufen kann (GO-Intent). Schaut man sich nun die beiden Suchergebnisse von Google und Amazon an, wird schnell klar, wie unterschiedlich diese Anfrage beantwortet wird.

Das Suchergebnis auf Google sieht so aus:

Suchergebnisliste auf Google

Amazon dagegen beantwortet diese Suchanfrage folgendermaßen:

Suchergebnisliste auf Amazon

Google muss nun gleich mehrere Probleme auf einmal lösen und macht das auch recht ordentlich. Ich bekomme auf einen Blick alle drei Suchintentionen abgedeckt: Produkte an erster Stelle aus Google Shopping, organische Suchergebnisse