Damit Sie das eigene Produkt besser bei Amazon verkaufen können, müssen Sie wissen, was gut verkaufte Produkte ausmachen und was die Amazon-Erfolgsfaktoren sind. Das bedeutet, dass der Amazon Händler dafür sorgen muss, dass sich der Amazon Kunde für sein Produkt entscheidet. Üblicherweise sucht ein potenzieller Käufer zunächst über die klassische Amazon Suche, dann klickt er auf die Artikel in den Suchergebnissen, die für ihn interessant erscheinen und informiert sich auf der Produktseite über die entsprechenden Details. Allerdings wird das Produkt in der Regel von verschiedenen Händlern zu unterschiedlichen Preisen angeboten. Anders als vermutet, nutzen aber die wenigsten Kunden die Möglichkeit, sich mit weiteren Klicks das gleiche Produkt von anderen Händlern zu unterschiedlichen Preisen anzeigen zu lassen – stattdessen kaufen 85 Prozent der Amazon Käufer bei dem Amazon Händler, den Amazon automatisch in die sogenannte Buybox, den Einkaufswagen, gesetzt hat. Um nun erfolgreich bei Amazon verkaufen zu können, müssen Händler es schaffen, als vorausgewählter Händler in der Buybox zu stehen. Neben der Amazon SEO Optimierung ist somit auch der Besitz der Buybox ein wichtiger Erfolgsfaktor auf Amazon. Was genau ist nun die Buybox?

Das Einkaufswagen-Feld (Buybox) ist ein entscheidender Amazon Bestandteil

Die blaue Buybox, welche sich auf jeder Produktseite rechts oben befindet, bildet die Produkte ab, die im Amazon Katalog angeboten werden. Hierfür müssen sich Verkäufer allerdings erst qualifizieren. Diese Qualifikation erfolgt über bestimmte Performance Kriterien, die dem Verkäufer eine gute Leistung attestieren. Amazon schreibt selbst, welche Kriterien dafür wichtig sind:

  • „Ihre Verkäufer-Performance
  • Ihre Rate an Bestellmängeln – diese hängt beispielsweise von den Kundenbewertungen, Garantieanträgen oder Rückbuchungen ab
  • wieviel Erfahrung Sie als Verkäufer auf der Amazon-Plattform gesammelt haben.
  • Ihr Status als Power-Anbieter“

Derjenige Händler, der im Einkaufswagen-Feld erscheint, wird zum Beispiel nach dem Preis und der Verfügbarkeit von Amazon bestimmt. Auch wer es nicht schafft, in der Buybox zu erscheinen, kann aber noch einen prominenten Platz darunter unter „Alle Angebote“ erhalten. Amazon überprüft seine Qualifikation laufend und entzieht bei Nichterfüllung der Kriterien den Status, zum Beispiel wenn viele Mängel und Reklamationen vorliegen.

Amazon Optimierung auf Buybox

Ein Amazon Händler muss sich also entscheiden, ob er auf das Amazon Ranking optimiert oder auf das Einkaufswagen-Feld. Welche Optimierung für welchen Verkäufer die Richtige ist, ist davon abhängig, ob der Händler Eigenprodukte oder Drittprodukte vertreibt. Denn bei Eigenprodukten hat der Händler selbst Einfluss auf die Produktbeschreibung, den Produkttitel und über Produktfotos und Produktinhalte – daher ist für ihn die Ranking-Optimierung am besten geeignet. Anders der Händler von Drittprodukten – bei ihm ist eine Buybox Optimierung ratsam, wobei auch hier alle relevanten Keywords optimiert werden sollten. Hat der Händler allerdings keine ASIN-Priorität, hat er keinen Einfluss auf die Produktbeschreibung und kann weniger gut planen und optimieren.

Amazon ermittelt die Händler für die Buybox anhand folgender Faktoren:

  • Preis – Bieten Sie Ihre Waren zu einem Preis an, der konkurrenzfähig ist. (Wie genau das geschieht, erläutern wir noch nachfolgend)
  • Verfügbarkeit – Planen Sie Ihr Sortiment so, dass wichtige Produkte immer vorrätig sind. Um die Stornierungsquote möglichst niedrig und so negative Kundenerfahrungen zu vermeiden, sollten die Bestände laufend aktuell gehalten werden. Dazu gehört auch das Nutzen der Urlaubs-Funktion bei Urlaubszeiten.
  • Kundenzufriedenheit – Amazon misst die Kundenzufriedenheit anhand diverser Kriterien. Den Status können Sie im Amazon Seller Central überprüfen.

Preis – Warum der niedrigste Preis nicht immer auch zum Kauf führt

Weil Sie Ihre Produkte nun besonders preiswert anbieten, muss das noch lange nicht heißen, dass die Kunden auch nur bei Ihnen kaufen werden. Denn es gibt eine Preisspanne für relevante Produkte. Für seine Buybox beachtet Amazon die ersten drei Angebote. Der Anteil der Buybox ist anhand der Berichte im Seller-Central zu erkennen. Unter „Berichte“ à „Statistiken & Berichte“ finden Sie „Bericht nach ASIN“. Hier weist die Detailseite „Verkäufe & Traffic“ den Prozentwert des Einkaufswagen-Felds aus.

So lässt sich erkennen, welche Preisspanne gleichberechtigte Beachtung für die Buybox finden. Da im Laufe des Tages immer wieder neue Produkte auf Amazon eingefügt werden, andere jedoch gelöscht werden, kann sich hier schnell etwas ändern. Für den Verkäufer bedeutet das, dass die Buybox sorgfältig beobachtet werden sollte. Außerdem kann es vorkommen, dass die Kriterien für die Aufnahme von Amazon angepasst werden. Beobachten Sie Ihre Verkäufe permanent, um eine mögliche Preis-Obergrenze zu finden.