Mysteriöse Amazon Pakete – Wie gehen die Marketplace-Händler vor?

Nicht bestellt und doch erhalten

Seit letztem Jahr erhalten Amazon Kunden immer wieder kostenlose Pakete, die sie nicht bestellt haben diese Woche berichten u.a. die Bild, Stern, Merkur, Heise Online, Internetworld und viele mehr. Von Mausefallen zu Sexspielzeug bis hin zu hochwertigen Ferngläsern oder sogar einem nagelneuen Huawei Smartphone bislang war in den mysteriösen Paketen, ohne Lieferschein und Rechnung, so ziemlich alles vertreten. Anfangs wurde eine Marketingaktion des Onlineriesen vermutet, dies wurde jedoch recht schnell dementiert. Hinter den mysteriösen Paketen werden Marketplace Händler vermutet, die mit den generierten Sales und im Anschluss geposteten Produkt- und Verkäuferbewertungen ihr Amazon Ranking verbessern möchten.

Manche gehen auch davon aus, dass das Motiv hinter der Aktion auch die Leerung des Amazon Lagers sein könnte. Nicht verkaufbare und zurückgerufene Lagerbestände werden von Amazon schließlich nur einen bestimmten Zeit verwahrt. Danach erfolgt falls kein Remissionsantrag vorliegt die automatische Entsorgung. Für Remission und Gebühren fallen hohe Kosten an, die der Seller tragen muss und gerade für chinesische Händler auf dem deutschen Marktplatz ein umständlicher Nachteil.

Amazon sieht zwar solche Aktionen als Richtlinienverstoß und straft identifizierte Händler mit Kontosperrung, Zurückhaltung von Zahlungen und rechtlichen Schritten. Da Amazons System unbestellte Warensendungen nicht identifizieren und unterbinden kann, können Kunden die erhaltenen Waren behalten. Auch eine eventuell beigelegte Rechnung muss nicht beglichen werden.

Rätselraten im Internet – Die gängigste Theorie

Eine Theorie verschiedener Journalisten bezüglich der Vorgangsweise der Händler kursiert besonders oft in den Foren und Artikeln zu dem Thema: Es sollen wohl Zweit-Accounts im Namen der Empfänger.

Vermutet wird, dass im Namen der Empfänger ein zweiter Amazon Account erstellt und über diesen Account dann das Produkt gekauft und im Anschluss positiv bewertet worden ist. Da unter den Paketempfängern auch einige eigene Websites betrieben, wird angenommen, dass die Impressumspflicht in Deutschland ausgenutzt wurde, um an die jeweiligen Adressen zu gelangen.

Unsere Quelle

Die Vermutung, dass auf den Namen der Paketempfänger ein Zweit-Account angelegt worden ist, ist unwahrscheinlich, da deren Bankdaten nicht hinterlegt sein können. Es wurden schließlich bei keinem Empfänger solcher Pakete bislang eine entsprechende Kontoabbuchung festgestellt.

Wir haben aus zuverläs