Wer auf Amazon Produkte vertreibt und FBA nutzt, importiert diese oftmals aus dem weit entfernten Ausland und muss sich über kurz über lang mit den Speditionen und den Import- und Exportbedingungen auseinandersetzen. Hierfür ist ein Wissen der wichtigsten Incoterms den internationalen Handelsklauseln – unabdingbar. Denn anders als bei einigen Paketdiensten, übernimmt der Transporteur nicht immer auch die Erledigung der Zollerklärungen und anderer Dienstleistungen, die bei einem Import nach Deutschland anfallen. Mit zunehmenden Ordervolumen sind nicht mehr die üblichen Flugfracht-Dienstleister wie DHL, Fedex, DPD und UPS interessant, denn es gibt durchaus Alternativen, wie zum Beispiel der Weg über dem Wasser per Schifftransport. Zwar übernehmen DHL & Co. viele lästige Formalitäten, doch auf Dauer fressen sie auch aufgrund der damit verbundenen hohen Transportkosten einen großen Teil der Gewinnspanne auf – nicht selten gehen die Hälfte der mit dem Produkt verbundenen Kosten alleine für den teuren Transport und Import drauf. Was sind Incoterms nun genau?

Incoterms – Internationale Regeln über Vertragsbedingungen in Außenhandelsverträgen

Incoterms sind Klauseln, die die üblichen Bedingungen in Verträgen für den Außenhandel regeln. Sie erklären:

  • Wer die Kosten beim Transport von wo bis wo trägt und organisiert
  • Wer das Risiko für Beschädigungen während des Transports trägt

Durch eine Vereinbarung von entsprechenden Lieferklauseln, wie beispielsweise FOB Rotterdam gem. Incoterms 2010 sind die Bestimmungen in der aktuellen Fassung der Kommission für Internationale Handelspraxis der Internationalen Handelskammer gültig. In der Praxis wird die Handhabung laufend überarbeitet. Seit dem 01. Januar 2011 ist nun mit der Fassung 2010 die siebte Fassung in Kraft getreten. Dabei ist es wichtig, dass neben den drei Buchstaben auch immer ein Verweis auf die jeweilige Fassung erfolgt, wie zum Beispiel Incoterms 2010. Es dürfen aber auch Verweise auf die älteren Fassungen verwendet werden.

In der Praxis sind immer noch oft Bezeichnungen anzutreffen, die in der jeweiligen Landessprache verwendet werden, wie beispielsweise ab Fabrik oder ab Werk. Diese Vorgehensweise ist allerdings nicht empfehlenswert und es sollte mindestens die englische Abkürzung Verwendung finden mit einem Hinweis auf die jeweilige ICC Version. Denn ausländische und deutsche Varianten sind nicht immer zweifelsfrei dem beabsichtigten Incoterm zuzuordnen und es ist so keine Rechtssicherheit gegeben. Ein gutes Beispiel hierfür ist die noch häufig verwendete Vertragsklausel Frei Bestimmungsort. Worauf bezieht sich das Wort Frei? Bezieht es sich lediglich auf die Frachtkosten oder auch auf den Gefahrenübergang? Stattdessen sollte das englische Kürzel eingefügt und um ICC 2010 ergänzt werden.

Welche Incoterms gibt es?

Incoterms können grundsätzlich in vier Gruppen eingeteilt werden:

  1. Gruppe E Abhol-Klausel, z.B. EXW
  2. Gruppe F Absende-Klausel ohne Kostenübernahme des Haupttransports durch den Verkäufer, z.B. FCA, FAS und FOB
  3. Gruppe C Absende-Klausel mit Kostenübernahme des Haupttransports durch den Verkäufer, z.B. CFR, CIF, CIP und CPT
  4. Gruppe D Ankunfts-Klausel, z.B. DAP, DAT und DDP

In jeder Gruppe ist der Kosten- und Gefahrenübergang nach dem gleichen Grundprinzip geregelt und diese reduzieren sich mit jeder Gruppe für den Käufer. Die einzelnen Codes sagen folgendes aus:

Code englische Bedeutung deutsche Bezeichnung anzugebender Ort
EXW Ex Works ab Werk Standort des Werks
FCA Free Carrier frei Frachtführer Standort des vereinbarten Frachtführers
FAS Free alongside Ship frei längsseits Schiff vereinbarter Verladehafen
FOB Free on Board frei an Bord vereinbarter Verladehafen
CFR Cost and Freight Kosten und Fracht vereinbarter Bestimmungshafen
CIF Cost Insu