Es ist soweit und die Amazon Umsatzzahlen vom dritten Quartal 2015 wurden kürzlich veröffentlicht: Mal wieder wie gewohnt waren sie sehr beeindruckend. Das belegt, dass immer mehr Kunden zwar Google für ihre Suchanfragen verwenden, wenn es aber tatsächlich um einen Kauf geht, wird die Suchmaschine von Amazon bemüht. Das bedeutet zwangsläufig für den E-Commerce, dass Amazon immer mehr den Markt beherrschen und der größte E-Commerce-Markt der Welt für Händler unverzichtbar wird.

Geschätzter Amazon Deutschland Umsatz 2015

Amazon Umsatz DeutschlandAmazon gewährt keinen Einblick in die Bilanzen und gibt auch keinen Einblick in die Bücher bezüglich der Fragestellung, was Amazon Deutschland erwirtschaften konnte. Der Wert muss daher, basierend auf die wenigen öffentlich gestellten Zahlen, geschätzt werden. Insgesamt betrug der Umsatz für die neun Monate zum Stichpunkt 30. September 2015 rund 71 Mrd. US-Dollar – im Vorjahr waren es noch 59 Mrd. US-Dollar. Somit ein Wachstum um rund 20 Prozent. Das Gesamtjahr 2014 endete mit 89 Mrd. US-Dollar. Dabei weist Amazon den Umsatz zum einen für Produkte aus, für die Amazon selbst den Verkauf generiert hat und zum anderen für die sogenannten Net Service Sales, die die Händlerprovisionen aus dem Marktplatz, die Einnahme durch den Versand, Werbeanzeigen usw. enthalten.

Für den deutschen Markt sind lediglich die Net Service Sales verfügbar, also lediglich die Provisionen, aber nicht der Gesamtumsatz von Amazon Deutschland. Um somit auf den tatsächlichen Einfluss auf den Deutschen Markt schließen zu können, müssen die Zahlen anderweitig hergeleitet werden. Dazu ist es erforderlich erst einmal herauszufinden, wie hoch die Provisionen sind und wie sich diese Zahlen überhaupt errechnen. Die Provisionen der Amazon Händler liegen im Schnitt bei fünfzehn Prozent, der Anteil vom Marketplace dürfte irgendwo zwischen dreißig und sechzig Prozent liegen, da eBay nach und nach an Bedeutung verliert. Außerdem ist es erforderlich, das dritte Quartal auf das Gesamtjahr hochzuschätzen, wodurch wir auf einen Gesamtumsatz in Höhe von 15,28 Mrd. Dollar bis 30 Mrd. Dollar in Deutschland für 2015 kommen, je nachdem, wie hoch der Marketplace-Anteil und Provisionsanteil geschätzt wird. Wir gehen von mittleren Werten aus, die einen Wachstum in Höhe von zwanzig Prozent annehmen, eine Provision in Höhe von fünfzehn Prozent und einen mittleren Marketplace Anteil von 40 Prozent. Somit liegt der geschätzte Amazon Umsatz für den deutschen Markt für das Jahr 2015 bei 19,7 Mrd. US-Dollar.

E-Commerce wird künftig noch bedeutender – Amazon SEO wird unverzichtbar

Schätzungen zufolge wird für das Jahr 2020 mit einem Umsatz von rund 100 Mrd. Euro im E-Commerce gerechnet. Dieser Wert ist nach den neuesten Amazon Zahlen noch als eher konservativ anzusehen. Für das Jahr 2015 gehen die Experten von einem Gesamtvolumen von 50 Mrd. Euro aus. Dabei wird davon ausgegangen, dass der stationäre Einzelhandel künftig kein Wachstum mehr vorweisen kann und sogar bis zum Jahr 2020 noch rund ein Viertel an Umsatz verlieren wird.

Dieser Gewinneinbruch dürfte noch größer ausfallen, wenn sich die Preiserwartung der Online-Kunden auch auf den stationären Handel überträgt. Vermutlich kann es aber kein Einzelhändler finanziell stemmen, im stationären Handel Internetpreise anzubieten. Es gibt noch verschiedene andere Statistiken in diesem Bezug, die alle die These unterstützen, dass künftig eCommerce stark wachsen wird. Um als Händler hier noch etwas vom großen Kuchen abzubekommen, nimmt die Bedeutung von Amazon zu und eine Amazon SEO Optimierung wird für jeden Händler unverzichtbar, wenn er erfolgreich auf Amazon verkaufen möchte. Selbstverständlich sind diese Zahlen lediglich eine Schätzung, doch mit diesen Zahlen erhalten Amazon Händler ein gutes Gefühl für die künftigen Umsatzdimensionen von Amazon und welches Potenzial Amazon künftig für Händler darstellen wird. Aufgrund der vergangenen Wachstumsraten, die bei etwa zwanzig bis dreißig Prozent jährlich liegen, ist davon auszugehen, dass auch künftig der Umsatz weiter steigen wird. Damit Händler einen maximalen Anteil für sich beanspruchen können, müssen sie unbedingt an ihre Amazon Rankings arbeiten.

Fazit

Konsequenz: Vor wenigen Jahren war es noch üblich, auf Google zu bauen und als Hersteller einen Shop und eine Webseite zu betreiben. Aber warum sollten Händler weiterhin auf Google hin optimieren, wenn jetzt schon davon auszugehen ist, dass Amazon rund die Hälfte der Kunden direkt erreicht?